Ernst Eilers

Triftstr. 8, Coppenbrügge-Brünnighausen

Ernst Eilers wurde am 25. Oktober 1939 in Brünnighausen geboren. Er war das achte Kind von Luise und Wilhelm Eilers. Der Vater war Kalkwerksarbeiter.

Die Familie wohnte in der heutigen Triftstr. 8 im damaligen Gemeindehaus zur Miete. Die häuslichen Verhältnisse in Brünnighausen müssen schwierig gewesen sein: In dem kleinen Haus lebten drei Großfamilien auf engstem Raum. Die ohnehin angespannte finanzielle Lage und die Versorgung war durch die Kriegslage verschärft, auch war der Vater zur Wehrmacht einberufen und abwesend.

Ob die Mutter - wie in den Akten behauptet - mit der Versorgung der Kinder überfordert war oder diese nicht wahrnahm, wissen wir nicht. Einfach wird es nicht gewesen sein. Die Ehe galt zudem als zerrüttet. Herbst 1942 wurde von den Behörden entschieden, der Mutter die Fürsorge über die Kinder zu entziehen. Anfang des Folgejahres kamen Ernst und seine 5 Schwestern in das Provinzial-Jugendheim Wunstorf. 

In Wunstorf war ärztlicher Gutachter Dr. Willi Baumert, Mitglied der NSDAP und beurlaubter Arzt der Waffen-SS. Baumert war zugleich Leiter der sogenannten Kinderfachabteilung der Heilanstalt Lüneburg. Diese „Kinderfachabteilungen“ waren von den Nationalsozialisten eingerichtet worden, um behinderte Kinder zu beobachten und zu entscheiden, ob sie für die sogenannte Volks-Gemeinschaft noch nützlich sein könnten. Viele Kinder wurden in Lüneburg durch Medikamente oder Unterernährung getötet. Alles sollte geheim bleiben.

Baumert sorgte dafür, dass Ernst und zwei seiner Schwestern im Juni 1943 in Lüneburg eingewiesen wurden. Dort befand sich bereits ein großer Bruder, so dass zeitweilig 4 Kinder der Familie Eilers in Lüneburg untergebracht waren. Die Geschwister von Ernst überlebten ihren Aufenthalt in der „Kinderfachabteilung“ Lüneburg. 

Obwohl Ernst ebenso aufgeweckt und beliebt war wie seine Geschwister,
 fiel die Beurteilung der NS-Ärzte über ihn ungünstig aus, er wurde nicht entlassen. 

Noch kurz vor Kriegsende starb Ernst am 11. April 1945 offenbar nicht an einer Gabe von Medikamenten, sondern infolge einer Mangel- oder Unterversorgung, die bewusst in Kauf genommenen wurde. 

Ernst wurde nur 5 Jahre und 5 Monate alt. Er wurde auf dem Anstaltsfriedhof in Lüneburg beigesetzt. 

Biografie Ernst Eilers